Beiträge mit Tag ‘Einlasskontrollen’

Nach Silvester 2015/16: Neue Sicherheitsmaßnahmen für Großveranstaltungen

Wichtige Hinweise zum Thema Veranstaltungs- und Besuchersicherheit bei Großveranstaltungen – nicht nur an Silvester.

Einlasskontrollen,  Einsatz von Reiterstaffeln und Helikoptern, erhöhte Beobachtungsposten und mobile Dienststellen der Polizei, Videoüberwachung und Lichtmasten zur Ausleuchtung dunkler Ecken sowie Frauenrückzugsräume: Diese und weitere Maßnahmen sollen Polizeiexperten aus Bund und Ländern laut WDR (Stand: 28.11.2016) in einem 60-seitigen „geheimen“ Arbeitspapier entwickelt haben, um die Besuchersicherheit auf Großveranstaltungen zu erhöhen. Auch das Kölner Sicherheitskonzept für Silvester 2016/17 wurde verschärft.

Olaf Jastrob, führender Fachplaner und Sachverständiger für Veranstaltungssicherheit, begrüßt diese Entwicklungen grundsätzlich:

„Um die Sicherheit einer Veranstaltung bestmöglich gewährleisten zu können, sollte man sich sachlich mit aktuellen Gefährdungspotenzialen auseinandersetzen und passende Maßnahmen entwickeln.“

 „Grundsicherheit“ ist das Stichwort

Zusätzlich weißt er jedoch darauf hin:

„Die Grundsicherheit und damit Resilienz einer Veranstaltung ist ein ganz entscheidender Faktor. Das heißt, dass die Besuchersicherheit, Mitarbeitersicherheit und öffentliche Sicherheit miteinander vereint und eine solide, übergeordnete Grundsicherheit geschaffen werden muss. Themen wie Evakuierung, Brandschutz, Arbeitssicherheit, technische Sicherheit, Ordnungsdienst, Security sowie Anlagen- und Betriebssicherheit sollten bei jeder Veranstaltung als Bestandteile dieser übergeordneten Sicherheit betrachtet werden. Um diese gewährleisten zu können ist es unabdingbar, geeignete Organisationsstrukturen, professionelle  Gefährdungsanalysen sowie Sicherheits- und Notfallkonzepte zu erstellen und regelmäßig zu überprüfen.“

Das Sicherheitskonzept – Wann ist es wirklich notwendig?

Die Versammlungsstättenverordnung (VStättVO, je nach Bundesland auch MVStättVO, SBauVO, o.ä.) schreibt offiziell vor, dass immer dann ein Sicherheitskonzept erstellt und ein Ordnungsdienst eingerichtet werden muss, wenn die Versammlungsstätte mehr als 5.000 Besucherplätze vorweisen kann. Zusätzlich ist die Erstellung eines Sicherheitskonzepts auch bei kleineren Veranstaltungen notwendig, sobald ein entsprechendes Gefährdungspotenzial vorliegt. Somit ist die Erforderlichkeit eines Sicherheitskonzeptes, der Einsatz eines Ordnungsdienstes oder gesonderten Räumungskonzeptes grundsätzlich zu prüfen. Die genauen Vorgaben und Geltungsbereich der VStättVO finden Verantwortliche auf der jeweiligen Landesrechtseite im Internet.

Fazit

Auch wenn eine 100%-ige Sicherheit bei Veranstaltungen nie garantiert werden kann, hilft ein professioneller Umgang mit dem Thema, Not- und Zwischenfälle zu vermeiden bzw. deren Auswirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die Erstellung bzw. Aktualisierung von Gefährdungsanalysen sowie Sicherheits- und Notfallkonzepten ist hierfür die Grundvoraussetzung und sollte bei keiner Veranstaltungsplanung außer Acht gelassen werden.

Sie haben noch Fragen zum Thema Veranstaltungs- und Besuchersicherheit? Dann kontaktieren Sie Fachplaner und Sicherheitsexperten Olaf Jastrob.

 

 

Bildquelle:©Daniel Etzold – Fotolia.com

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PERSONEN-EINGANGSKONTROLLEN: DER SCHLÜSSEL ZUR EVENT-SICHERHEIT?

Messer, Schlagringe, Scheren und Glasflaschen, dies alles sind Beispiele für Gegenstände, deren Mitnahme auf Veranstaltungs- bzw. Festivalgeländen normalerweise verboten ist. Bei den meisten Events werden darum heutzutage an den Eingängen Leibesvisitationen und Taschenkontrollen durchgeführt. Doch wie effektiv sind diese Kontrollen für die Gewährleistung der Veranstaltungs- und Besuchersicherheit?

Probleme bei der Personen- und Taschenkontrolle

Für Personen- und Eingangskontrollen gibt es mittlerweile eine Vielzahl elektronischer Hilfsmittel wie Hand-Metalldetektoren, Durchgangsdetektoren und Röntgengeräte für Taschen, die jedoch alle auf ihre eigene Art und Weise zu überlisten sind. Dies liegt zum Teil auch an ungeschultem Personal, welches mit den Schwachstellen des jeweiligen Hilfsmittels zumeist nicht ausreichend vertraut ist. Bei verschiedenen Qualitätsaudits konnten wir damit umfangreiche Erfahrungen sammeln, nicht nur bei Festivals, sondern zum Beispiel auch bei Aktionärs-Hauptversammlungen.

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Leibeskontrollen der Besucher durch Abtasten sind in manchen Fällen eine kostengünstige Alternative. Hierbei muss jedoch dringend darauf geachtet werden, dass Veranstaltungsbesucher immer nur vom Sicherheitspersonal gleichen Geschlechts abgetastet werden, alles andere kann schlimmstenfalls zur Anzeige wegen sexueller Belästigung führen. Eine 100%-ige Garantie, dass alle verbotenen Gegenstände durch das herkömmliche Abtasten gefunden werden, gibt es jedoch ebenfalls nicht. Hierfür wäre es notwendig, jeden Veranstaltungsbesucher bis auf die Unterwäsche zu entkleiden und auch sämtliche Körperöffnungen zu kontrollieren. Dies wäre jedoch nicht nur rechtlich und moralisch verwerflich, sondern erscheint auch aus organisatorischer Perspektive nahezu unmöglich.

Ein weiterer Aspekt ist auch die Beschlagnahmung verdächtiger Gegenstände und deren Lagerung. Der Umgang mit Personen (Besuchern, Presse, Künstlern, Mitarbeitern, etc.), die verdächtige Gegenstände mit sich führen, erfordert einerseits Diplomatie und andererseits Durchsetzungsvermögen. Auch die Zusammenarbeit zwischen Security und Polizei (sofern vor Ort) erfordert eine sehr gute Abstimmung. Wenn mit einer Vielzahl von verdächtigen oder gefährlichen Gegenständen gerechnet werden muss, ist dafür Sorge zu tragen, dass vor Ort geeignete Aufbewahrungsboxen, Tonnen, Räume oder ähnliches vorhanden sind.

Training und Menschenkenntnis

Eine gute Ausbildung und Anleitung des Kontrollpersonals kann in jedem Falle die Effektivität der Kontrollen und damit die Veranstaltungssicherheit deutlich erhöhen. Nicht nur die sachgerechte Verwendung möglicher Hilfsmittel sollte hierbei im Fokus stehen. Auch ein gewisses Maß an Menschenkenntnis und Einschätzungsvermögen sollte zu den Grundkompetenzen eines jeden Sicherheitsmitarbeiters gehören, wofür jedoch oftmals einige Jahre an Erfahrung in der Sicherheitsbranche erforderlich sind.

Es lässt sich also festhalten, dass Eingangskontrollen sicherlich ein unverzichtbare Maßnahme für die Gewährleistung sicherer Veranstaltungen darstellen. Organisatorische Faktoren wie unausgebildetes Personal können die Effektivität dieser Kontrollen jedoch deutlich einschränken und sollten wenn möglich vermieden werden. Hier gilt es für Veranstalter, nicht am falschen Ende zu sparen und zur Gewährleistung der Besuchersicherheit auf gut ausgebildetes, erfahrenes Sicherheitspersonal zu setzen. Der billigste Anbieter ist daher nicht immer auch die erste Wahl.

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