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Sicherheit für Bürgerhäuser und Stadthallen

Die Relevanz von Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten zur Karnevalszeit

Wir alle wollen, dass wir und unsere Lieben jetzt gerade auch zur Karnevalszeit gesund und heil von Veranstaltungen nach Hause kommen.  Verantwortlich für die Sicherheit in Bürgerhäusern und Stadthallen sind gemäß geltenden Vorschriften (MVStättVO, SBauVO, DGUV Vorschriften, ArbSchG, etc.) die jeweiligen Betreiber und Veranstalter.

Sparen an der falschen Stelle

Manche Betreiber und Veranstalter nehmen jedoch die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften aus finanziellen Gründen „nicht so ernst“. Dass sie damit die Sicherheit ihrer Besucher und auch Mitarbeiter aufs Spiel setzen, ist vielen dabei gar nicht bewusst. Erst Mittwoch zum Beispiel wurde in der  Presse wieder ein Fall bekannt, bei dem sich ein Bürgerhaus in der Region Köln wohl aus Kostengründen nicht an Brandschutzvorschriften gehalten hat und nun nachrüsten muss. Die zulässige Besucherzahl wurde um fast das doppelte überschritten. Wäre es in diesem konkreten Bürgerhaus zur Karnevalszeit zum Beispiel zu einem (Groß-)Brand gekommen oder hätte dieses aus anderen Gründen geräumt werden müssen, so hätten mit hoher Wahrscheinlichkeit Menschen Schaden genommen. Die mediale Aufmerksamkeit und die rechtlichen Konsequenzen für die Verantwortlichen wären bei solch einem Schadensereignissen immens.

Aber soweit möchte es ja eigentlich kein Veranstalter oder Betreiber kommen lassen. Deshalb sollten alle Bürgerhäuser und Stadthallen – gerade im Angesicht der Karnevalszeit – ihre Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepte überprüfen lassen und wenn nötig proaktiv an den Sicherheitsmaßnahmen arbeiten.

„Et hätt noch immer jot jejange“ gilt nicht mehr

Oftmals wird bei Karnevalsveranstaltungen in Stadthallen und Bürgerhäusern die maximal zulässige Besucherzahl überschritten. Auch Sicherheits- und Brandschutzkonzepte sind in vielen Fällen veraltet und müssten dringend eine Aktualisierung  unterzogen werden. Hierbei sollten z.B. auch das Räumungskonzept und die Bestuhlungspläne kritisch geprüft werden.

Das Motto „et hätt noch immer jot jejange“ oder „kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet“ sollten gerade im Bezug auf die Veranstaltung- und Besuchersicherheit endgültig der Vergangenheit angehören.

Für „machbare“ Lösungen in den Bereichen Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit sowie Brandschutz, Evakuierung und Erste Hilfe steht Ihnen unser erfahrenes Expertenteam gerne mit Rat und Tat zur Seite. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website www.jastrob.de und unserem Blog www.sichere-veranstaltung.de.

 

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Sicherheit auf dem Weihnachtsmarkt und bei Events

Gehört diese nach den aktuellen Anschlägen der Vergangenheit an? 

Bevor ich mich zu diesem Thema äußere, möchte ich zunächst einmal den Opfern des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt und deren Familien, Angehörigen und Freunden mein aufrichtiges Beileid aussprechen! Auch wenn es sich hierbei ohne Zweifel um ein sehr emotionales Thema handelt, sollten wir – und insbesondere Verantwortliche aus der Veranstaltungsbranche wie Behörden, Veranstalter und Betreiber – jedoch versuchen, das aktuelle Ereignis sachlich zu bewerten und nicht in wilden Aktionismus zu verfallen. Man kann es nicht oft genug sagen:

Eine Kultur der Angst wird nicht zur Gewährleistung von Sicherheit auf Weihnachtsmärkten und anderen (Groß-)Veranstaltungen beitragen, ebenso wenig wie die Pauschalverurteilung von Randgruppen. Die absolute Sicherheit gibt es nicht und hat es auch in der Vergangenheit nie gegeben. Risiken gehören zu unserem alltäglichen Leben dazu, auch zu unserem Besuch beim Weihnachtsmarkt und unserer nächsten Silvester- oder Karnevalsfeier. Die Wahrscheinlichkeit, auf dem täglichen Weg zur Arbeit umzukommen, ist, zumindest hier in Europa, immer noch um ein Vielfaches höher, als einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen. Dies sollten wir auch nach den aktuellen Anschlägen nicht vergessen.

Sind wir deswegen hinsichtlich der Sicherheit von Veranstaltungen machtlos? Nein! Wir können zwar nicht alles vorhersehen, aber wir müssen auch nicht warten, bis etwas passiert, um dann festzustellen, dass es Sicherheitsmängel gab. Es gibt bei jeder Veranstaltung irgendwo einen Mangel, denn niemand ist perfekt. Aber nicht Angst oder Aktionismus sollten unser Handeln prägen, sondern ein professioneller Umgang mit dem Thema Sicherheit. Die Gewährleistung der Grundsicherheit und damit der Resilienz einer Veranstaltung ist hierbei ein entscheidender Faktor.

Nur mit einer soliden Grundsicherheit – und hierzu zähle ich die Besuchersicherheit, Mitarbeitersicherheit und öffentliche Sicherheit – können wir uns bestmöglich sowohl gegen interne als auch externe Gefährdungen schützen. Handlungsbedarf sehe ich bei meiner täglichen Arbeit zum Beispiel immer wieder im Bereich der Erstellung und Validierung von professionellen Sicherheits-, Brandschutz- und Räumungskonzepten, der Festlegung geeigneter Organisationsstrukturen sowie der Schulung von Mitarbeitern. Hierauf sollten Verantwortliche der Veranstaltungsbranche meiner Meinung nach speziell in der heutigen Zeit ihr Hauptaugenmerk richten.

Gerne stehe ich Behörden, Veranstaltern, Betreibern und Interessierten für Fragen rund um die
Veranstaltungssicherheit, Besuchersicherheit und Arbeitssicherheit zur Verfügung.

 

Ihr

Olaf Jastrob

(Sachverständiger und Fachplaner für Besuchersicherheit (FH))

 

 

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Wie viele Toiletten werden bei Veranstaltungen benötigt?

 1. Toiletten in Zelten

Gemäß §12 Abs.1 Gaststättengesetz (GastG):

In unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes müssen ausreichende und einwandfreie Toilettenanlagen vorhanden sein. Bei Gaststätten in sogenannten fliegenden Bauten (z. B. Bierzelten), für die eine Gestattung zum Ausschank alkoholischer Getränke beantragt wird, sind je angefangene 350m2 Schankraum mindestens folgende Anzahlen zu verlangen:

 

Toilettenbecken Urinalbecken
Damen 2 /
Herren 1 2

 

Berechnungsbeispiel für ein Bierzelt:

Größe des Bierzeltes:

  • 25m x 50m =  1250m2
  • 1250m2 / 350m2 = 3,57 (wird aufgerundet auf 4)

Erforderlich sind:

  • 4 x 1 = 4 Spültoiletten für Männer
  • 4 x 2 = 8 Urinalbecken für Männer
  • 4 x 2 = 8 Spültoiletten für Frauen

2. Toiletten in Versammlungsstätten (temporär oder permanent)

Gemäß §12 Versammlungsstättenverordnung (VStättVO) / Sonderbauverordnung (SBauVO):

Damen Herren
 

 

 

Toilettenbecken

 

Toilettenbecken

 

Urinalbecken

bis 1000 je 100 1,2 0,8 1,2
über 1000 je weitere 100 0,8 0,4 0,6
über 20.000 je weitere 100 0,4 0,3 0,6

Außerdem weisen wir Sie daraufhin, dass für Rollstuhlbenutzer eine ausreichende Zahl geeigneter, stufenlos erreichbarer Toiletten, mindestens jedoch je 10 Plätze für Rollstuhlbenutzer eine Toilette, vorhanden sein muss.

 

3. Toiletten auf Baustellen

Gemäß § 48 Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV):

(1) Auf jeder Baustelle oder in deren Nähe muß mindestens eine abschließbare Toilette zur Verfügung stehen.

(2) Werden von einem Arbeitgeber auf einer Baustelle mehr als 15 Arbeitnehmer länger als zwei Wochen beschäftigt, muß er Toilettenräume mit einer ausreichenden Zahl von Toiletten, Bedürfnisständen und Waschgelegenheiten zur Verfügung stellen. Die Toilettenräume müssen zu belüften, zu beleuchten und in der Zeit vom 15. Oktober bis 30. April zu beheizen sein.

 

Hinweis / Haftungsausschluss

Gesetze und Verordnungen unterliegen dem Wandel der Zeit. Auch von Bundesland zu Bundesland können Unterschiede bestehen. Bitte lesen Sie sich in jeweils gültigen Verordnungen in den jeweiligen Bundesländern ein. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir für die oben angegebenen Angaben keine Haftung.

Weitere Informationen zu den Themen Arbeitssicherheit, Veranstaltungssicherheit und Besuchersicherheit erhalten Sie auf unseren Webseiten www.jastrob.de  und www.AVB-Akademie.de.

 

 

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Gewalt gegen Einsatzkräfte – Ein Appell an die Vernunft!

Gewalt gegen Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und anderer sicherheitsrelevanter Funktionen sind leider keine Seltenheit mehr. Immer häufiger werden Feuwehrmänner/-frauen, Polizisten/innen, Sanitäter/innen, Ordner, Fachkräfte für Arbeitssicherheit oder Sicherheitsingenieure  sowohl privat als auch im Einsatz beleidigt, behindert oder sogar angegriffen. Ordnungsdienste sehen sich agressiven Verbalattacken ausgesetzt (die ich hier nicht wiederholen möchte) und viele Einsatzkräfte können ihre Arbeit nicht effizient ausführen.

Es ist ganz egal, ob jemand diese Arbeit ehrenamtlich oder hauptberuflich macht, denn all diese Personen setzten sich dafür ein, dass wir „sicher“ sind, dass wir bei Bränden und Unfällen aller Art gerettet werden , dass unsere Sachgüter und auch unser geistiges Eigentum gesichert werden. Diese Menschen setzen sich für jeden Einzelnen von uns und unsere Gesellschaft ein,  auch wenn sie dabei einmal Fehler machen oder – wie alle anderen Menschen auch – ab und zu mal nicht perfekt oder schlecht gelaunt sind.

Warum erscheint es manchen Leuten  also sinnvoll, einen Polizisten zu verprügeln oder einen Feuerwehrmann oder eine Rettungssanitäterin bei der Arbeit zu behindern? Warum muss man einen Ordnungsdienstmitarbeiter anpöbeln, anspucken oder angreifen bzw. einem Sicherheitsingenieur, einem Brandschutzbeauftragten oder einer anderen Fachkraft erklären, dass er/sie keine Ahnung habe und eigentlich inkompetent sei?

Wir leben in einem Land, in dem Sicherheit großgeschrieben wird, so höre ich es immer wieder. Dazu gehört auch ein respektvoller Umgang miteinander und damit meine ich keine Uniformhörigkeit. Es geht schlicht und  einfach um gegenseitigen Respekt, den Respekt vor Menschen, die sich für andere einsetzen. Dazu gehören auch Polizisten!

Ich wünsche den drei Mitmenschen, den drei Emder Polizisten, die letzten Sonntag Opfer schwerer körperlicher Gewalt geworden sind, alles Gute!

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/104235/3392109

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Nachlese Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD

Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD vom 08. – 09. Juni 2016 in Hamburg

Jedes Unternehmen ist für den Arbeitssicherheit seiner Mitarbeiter verantwortlich. Rund 60 Teilnehmer nutzten daher die Chance, sich auf der zweitägigen Fachtagung des TÜV NORD über die formalen Grundlagen des Arbeitsschutzes und aktuellen Änderungen der rechtlichen Vorgaben auszutauschen.

Die zwölf Vorträge an zwei Tagen bildeten hierbei die Grundlage für viele spannende Diskussionen, zum Beispiel zu den Fragen wie wir Arbeitsstätten sicher gestaltet können,  wie wir Risiken im Arbeitsschutz wahrnehmen, welche Haftungsfragen sich für den Arbeitgeber ergeben und wie einer Gefährdung durch psychische Belastungen entgegengewirkt werden kann.

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Folgende kompetente Referenten haben den Teilnehmer dabei Rede und Antwort gestanden:

  • Dr. Wolfgang J. Friedl
  • Dr. Boris Steuer
  • Dr. Nadine Kakarot
  • Olaf Jastrob
  • Dr. Robert Wernicke
  • Ernst-Friedrich Pernack
  • Stephan Schreiber
  • Andreas Seppelt
  • Wolfgang Suhr
  • Stefan Pemp
  • Mario Tryba
  • Thomas Hoff

Als erfahrene Fachkraft für Arbeitssicherheit erklärte Olaf Jastrob (Experte in Deutschland für Veranstaltungen, Events, Messe, Kongresse, etc.) dieses Jahr in einem spannenden Vortrag, wie man Arbeitssicherheit, Besuchersicherheit und Veranstaltungssicherheit durch eine geeignete Organisationsstruktur in der Theorie und Praxis einfach und leicht umsetzen kann.

Mehr zum Thema Veranstaltungs- und Besuchersicherheit erfahren Interessierte bei der diesjährigen Fachtagung „Besuchersicherheit bei Veranstaltungen“ des TÜV NORD am 18.10.2016 in Hamburg.

Informationen zum Programm und zur Anmeldung können auf der Website des TÜV NORD eingesehen werden: www.tuev-nord.de/tk-siva.

Bildquelle: ©Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co. KG

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Event-Empfehlung: Fachtagung Arbeitsschutz

Gerne möchten wir unseren Lesern die Fachtagung Arbeitsschutz 2016 des TÜV NORD vom 08. – 09. Juni 2016 in Hamburg empfehlen.
Jedes Unternehmen trägt selbst die Verantwortung für eine Arbeitsschutzorganisation. Fehler bei der Arbeitsvorbereitung, Missachtung von Warnzeichen oder technisches Versagen sind nur einige Beispiele, die durch rechtzeitiges Handeln vermieden werden sollen. Über die vielen aktuellen Änderungen und rechtlichen Vorgaben muss zusätzlich eine speziell ausgebildete Person den Überblick behalten. Darum ist es für Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit erforderlich, stets auf dem allerneuesten Stand der gesetzlichen Anforderungen zu sein!

Auf der diesjährigen Arbeitsschutz Fachtagung des TÜV NORD werden die wichtigsten gesetzlichen und formalen Grundlagen dargestellt und diskutiert, welche Maßnahmen sich daraus für Sie als handelnde und verantwortliche Person ergeben.

Freuen Sie sich auch in diesem Jahr auf spannende Vorträge und kompetente Referenten, die Ihnen Rede und Antwort stehen. Auch Olaf Jastrob – Fachplaner für Veranstaltungs- und Besuchersicherheit – ist mit einem Beitrag zum Thema „Die Organisationsstruktur bei Veranstaltungen unter Berücksichtigung der Arbeitssicherheit, Besuchersicherheit und Veranstaltungssicherheit“ mit dabei.

Weitere Themen sind:

  • Kennzahlen im Arbeitsschutz
  • Risikowahrnehmung und Umgang mit den unbekannten Auswirkung einer bekannten Gefahr
  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Die Haftung des Arbeitgebers
  • Fortschreiben der Gefährdungsbeurteilung
  • Sicherheitsdatenblätter im Arbeitsschutz – modernes Werkzeug im Gefahrstoffmanagement
  • Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung

Nähere Informationen zur Fachtagung und Anmeldung finden Sie auf der Website des TÜV NORD: http://www.tuev-nord.de/de/messen-veranstaltungen-1829-fachtagung-arbeitsschutz-2016-115871.htm

Die Fachtagung ist vom Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit e. V. mit 3 VDSI -Weiterbildungspunkten für Arbeitsschutz bewertet worden.

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Event-Branche reagiert zögerlich auf Arbeitnehmerüberlassung (AÜ)

Keine Event-Produktion ist ohne die Unterstützung durch Fremdpersonal zu realisieren. Personalbeschaffung in der Event-Branche ist ein Prozess, an den sich in den letzten Jahren immer mehr Forderungen Seitens des Gesetzgebers geheftet haben. Zwei Themen sorgen derzeit für Bewegung, Scheinselbständigkeit und  gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung (AÜ). Betrachtet man beide Themen isoliert voneinander, liefern sie viel Stoff für die Verunsicherung einer ganzen Branche. Dabei übersieht man leicht, welche Chancen sich ergeben, wenn die AÜ als strategisches Moment in die Unternehmensplanung aufgenommen wird.

Unser Wirtschaftssystem unterzieht sich seit mehr als einem Jahrzehnt einem Wandel, der für viele etablierte Industriebereiche gravierende Veränderungen mit sich brachte. Dabei wurden Standards anderer Branchen auf die Eventindustrie übertragen. Verordnungen, qualifizierte Lehrberufe, Haftung und Sicherheit sind einige der Schwerpunkte, mit denen sich die Branche erfolgreich auseinander setzte. Nun hat die Branche zwei weitere Punkte auf ihrer Agenda: Die Recherche von Scheinselbständigkeit und die Regelung der Personalgestellung durch Arbeitnehmerüberlassung.

Das Problem der Scheinselbständigkeit ist durch vermehrte Betriebsprüfungen der Deutschen Rentenversicherung wieder stark ins Bewusstsein des Veranstaltungsmarktes getreten. Während sich die Prüfung von Scheinselbständigkeit durch die Rentenversicherung mit der Vergangenheit eines Unternehmens beschäftigt, befasst sich die gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung mit der Zukunft einer ganzen Branche. Unabhängig voneinander betrachtet stellen sich zwei einfache Fragen, deren Beantwortung mit großen Bemühungen und ebenso viel Kopfschmerz verbunden sein können. Betrifft es mein Unternehmen überhaupt? Und wie muss mein Unternehmen seinen Personalbedarf zukünftig realisieren, um möglichen Prüfungen durch die Rentenversicherung gelassen entgegen sehen zu können?

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Die erste Frage lässt derzeit keine pauschalisierte Antwort zu. Zu viele unterschiedliche Faktoren können eine Rolle spielen. Geprüft wird das Auftragsverhältnis zwischen Selbständigem und Auftraggeber. Die Stagehands, Servicekräfte oder Arbeiter als die zahlenmäßig am häufigsten eingesetzten Profile haben es aufgrund ihrer weisungsgebundenen Tätigkeiten besonders schwer als selbständig eingestuft zu werden. Hier liegt die größte Gefahr für die Zukunft. Höher qualifizierte Profile wie der Techniker hingegen sind einfacher als selbständig zu betrachten.

Es gibt auch keinen automatischen Schutz vor einer möglichen Haftung, wenn über Dienstleister scheinselbständiges Personal bezogen wurde. Das Unternehmen, auf dessen Produktion die Mitarbeiter tatsächlich eingesetzt wurden, ist immer auch potentiell als deren Arbeitgeber zu betrachten. Wer von diesem Umstand betroffen sein könnte, sollte in jedem Fall hinsehen, denn die Ignoranz dieser Tatsache kann schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen und positive Bilanzen von Gestern in negative Ergebnisse von Morgen verwandeln.

Die Arbeitnehmerüberlassung ist der vom Gesetzgeber vorgesehene Weg, auf dem Fremdpersonal bezogen werden sollte. In den meisten Branchen ist dieser Weg schon lang etabliert, geregelt und eingespielt. Für die Event-Branche ist er neu. Gerade in der Überlassung niederschwelliger Profile bietet das vertragliche System der AÜ weitreichenden Schutz für Auftraggeber und Verleiher.

Jedoch nur dann, wenn der Verleiher über eine auskonfigurierte AÜ verfügt. Der Entleiher sollte sich zu seiner eigenen Sicherheit vergewissern, ob da, wo AÜ drauf steht, auch AÜ drin ist, denn Unwissenheit schützt bekanntermaßen vor Strafe nicht.

In seinem Bestseller „Wendezeit“ beschrieb Fritjof Capra bereits vor mehr als zwanzig Jahren die notwendigen Übergänge im globalen Denken und Wertesystem für ein ökologisch tragfähiges Wirtschaftssystem der Zukunft. Bei den Werten prognostiziert er eine Verlagerung von Expansion zu Erhaltung, von Quantität zu Qualität, von Wettbewerb zu Kooperation, von Beherrschung zu Partnerschaft. Nicht nur angesichts der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise gewinnen diese Thesen erneute Aktualität, sie bestätigen sich sichtbar für alle Parteien.  Betrachtet man den Personalmarkt der Eventbranche unter diesen Prämissen wird klar wo die derzeitigen Schwerpunkte liegen.

Gerade für den Bereich des Servicepersonals, der Arbeiter und Helfer gilt, dass sie als austauschbarer Posten behandelt werden. Helfer werden in hoher Anzahl benötigt, müssen deshalb zu einem möglichst geringen Preis eingekauft werden. Die gefordert Personalstärke für eine aktuelle Produktion auch extrem kurzfristig bereit zu stellen, ist dabei die oberste Maxime. Die hohe Fluktuation im Helferpool eines Personaldienstleisters verdeutlicht die Beliebigkeit dieser Berufsbilder und sorgt für immer neue Gesichter auf den Produktionen von Events mit all den Nachteilen und Reibungsverlusten für den Auftraggeber.

Qualität und Partnerschaft? Festanstellungen von Personal verringern die Fluktuation, erhalten Wissen über Materialsysteme und Produktionsabläufe des Auftraggebers. Das Potential für eine qualitative Entwicklung liegt auch hier im Wandel von Denken und Werten. Was bedeutet es, wenn Mitarbeiter regelmäßig und langfristig in einem Verhältnis beschäftigt werden können? Für die Personaldienstleister eröffnet sich die Möglichkeit der Weiterbildung ihres Mitarbeiterstamms. Die Mitarbeiter können Kenntnisse über kundenspezifische Produktionsabläufe erwerben. Werden sie regelmäßig bei diesem Kunden eingesetzt, bringen sie dieses Wissen automatisch bei den nächsten Einsätzen zur Effizienzsteigerung ein. Werden Crewprovider zu Partnern ihrer Kunden, können im Rahmen einer strategischen Zusammenarbeit Bedarfsmomente vorausschauend erfüllt werden. Hiermit sind nur einige Punkte angesprochen, mit denen sich die heutige reaktive Personalgestellung zum Wohl aller Beteiligten optimieren lässt.

Die Arbeitnehmerüberlassung ist in dieser Entwicklung ein strategisches Moment. Mit der AÜ ist der Personaldienstleister verpflichtet, seine Crew in Festanstellung zu beschäftigen. Die Mitarbeiter erhalten so die dringend benötigte soziale Absicherung. Der Crewprovider erhält so die 100%ige Verfügbarkeit über seine Mitarbeiter, die ihm erst die Investition in Weiterbildung und eine an die Bedürfnisse des Auftraggebers angepasste Personaldisposition ermöglicht.

Sicher, die AÜ als ein Vertragswerk auf die meist ungeregelten Arbeitsweisen im Veranstaltungsmarkt anzupassen, erfordert einiges an Konfigurations-Arbeit und ein Umdenken aller Beteiligten. Die AÜ stellt aber eine Chance dar, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, Qualifizierung einzuleiten, Planungssicherheit zu erlangen und somit die theoretische eigene Schlagkraft in der Abwicklung von Produktionen auch wirklich einsetzen zu können.

Arbeitnehmerüberlassung aus dieser Perspektive betrachtet ist dann mehr als die rechtliche Absicherung für einen scheinbar optimalen Prozess, sondern bietet den Ansatz für eine qualitative Weiterentwicklung der Personalgestellung in der Event-Branche.

Literaturhinweis:

Fritjof Capra, Wendezeit. Bausteine für eine neues Weltbild, München: Knaur Taschenbuch 2004

Ein positives Beispiel für den Umgang mit dem Thema ist die Firma Stageservice in Frankfurt.

Stageservice Frankfurt am Main GmbH
Westerbachstrasse 47
Haus 4 1. OG
60489 Frankfurt am Main

Vertreten durch: Marc Lemgen

Kontakt:
Tel.: +49 (0) 69 – 971 941 40 und +49 (0) 69 – 971 941 40
Fax: +49 (0) 69 – 971 941 60
E-Mail: info@stagegmbh.com

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FACHTAGUNG BESUCHERSICHERHEIT BEI VERANSTALTUNGEN

Fachtagung des TÜV NORD am 18.10.2016 in Hamburg

Rockkonzerte und Sportveranstaltungen, Stadtfeste und Jahrmärkte, ob in einer Halle, im Stadion oder im Freien, wir alle besuchen gerne Veranstaltungen. Wir wollen Spaß haben und eine schöne Zeit erleben. Wenn es um die Sicherheit geht, vertrauen wir dem Veranstalter, den Ordnungsdiensten und den zuständigen Behörden.

Doch leider kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Oftmals sind Gründe dafür, fehlende oder falsche Einschätzungen bezüglich der Sicherheit. In den vergangenen Jahren hat sich die Sichtweise auf die Anforderungen an das Sicherheitsmanagement von Veranstaltungen nachhaltig verändert. Es hat sich durchgesetzt, dass Gefährdungsanalysen durchgeführt und Sicherheitskonzepte geschrieben werden müssen und auch die Einbeziehung der Belange aller Beteiligten von Anfang an ist notwendiger denn je.

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Die Fachtagung

Die Fachtagung „Besuchersicherheit bei Veranstaltung“ des TÜV NORD gibt Ihnen einen Überblick zu den gesetzlichen Anforderungen, zeigt an praktischen Beispielen die Notwendigkeit eines Sicherheitskonzeptes und regt zu Lösungen an, berichtet über menschliches Verhalten in Gefahrensituationen und erläutert die Wichtigkeit der richtigen Kommunikation in solchen Krisenzuständen. Die kompetenten und praxiserfahrenen Referenten berichten hierbei von ihren Erfahrungen und stehen Ihnen zur Diskussion und zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung.

Auch dieses Jahr unterstützt Olaf Jastrob, Fachplaner und Sachverständiger für sichere Veranstaltungen, mit seinem Team die Fachtagung mit einem interessanten Vortrag zum Thema „Was ist eigentlich Sicherheit?“ Auch wird er erneut als Moderator der Fachtagung auftreten und die Teilnehmer wie schon im vergangenen Jahr mit themenbezogenen Anregungen und Diskussionen durch das Veranstaltungsprogramm führen.

Themenschwerpunkte

Dieses Jahr erwarten die Teilnehmer folgende spannende Beiträge:

  • Martin Haindl: Die „größte“ Bühne Deutschlands – Neue Oper Frankfurt Vom großen Brand 1987 bis heute – was hat sich im Brandschutz getan und wie ist der Stand heute?
  • Konstantin Rohr: Ordnungsdienst bei Großveranstaltungen – Aufgaben, Planung, Kontrolle, §34a.
  • Olaf Jastrob: Was ist eigentlich Sicherheit? – Grundlagen der Risikobeurteilung – Veranstaltungssicherheit – Besuchersicherheit – Arbeitssicherheit.
  • Matthias Glesel: Die Veranstalterhaftpflichtversicherung oder Betriebshaftpflicht im Kontext zu Risiken bei kleinen und großen Veranstaltungen.
  • Prof. Dr. phil. habil. Volker Schmidtchen: Da sind wir aber sicher, oder nicht?! Realität und Wahrnehmung von Sicherheit im gesellschaftlichen Wandlungsprozess.
  • Stefan Damrath: Warnemünder Turmleuchten.
  • Thomas Waetke: Der Berater zwischen Aufklärung, Verkehrssicherung und Paragraphenwirrwarr.

Teilnehmerkreise

Die Veranstaltung gibt Handlungshilfen für Vertreter von Städten und Gemeinden, die Veranstaltungen genehmigen oder organisieren; Konzertveranstalter, Eventmanager, Betreiber von Versammlungsstätten, verantwortliche Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten, Vertreter der Feuerwehren, Polizei und der Rettungsdienste.

Anmeldung und Kontakt

Weitere Informationen zu Teilnahmegebühren und Anmeldemöglichkeiten für die Fachtagung finden Sie auf der Website des TÜV NORD – www.tuev-nord.de/tk-siva

Bei Fragen oder Anregungen können Sie sich zudem schriftlich oder telefonisch an folgende Ansprechpartnerin des TÜV NORD wenden:

Meike Langmann

Tel. 040 8557-2046, Fax 040 8557-2958

mlangmann@tuev-nord.de

Das Team der  Technischen Unternehmensberatung Jastrob würde sich freuen, Sie bei der diesjährigen Fachtagung „Besuchersicherheit bei Veranstaltungen“ begrüßen zu dürfen!

Kontakt:

Technische Unternehmensberatung Jastrob Ltd. & Co.KG

Blumenstraße 31 | 52511 Geilenkirchen

Tel.: + 49 (0)2271-83763-0 | Fax: + 49 (0)2271-83763-2

E-Mail: service@jastrob.de | Web: www.jastrob.de

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SEXUELLE ÜBERGRIFFE BEI EVENTS: WIE KÖNNEN VERANSTALTER REAGIEREN?

Sexuelle Übergriffe bei größeren öffentlichen Veranstaltungen sind seit den Vorfällen in Köln und anderen deutschen Städten in den Fokus gerückt. Insgesamt wurden nach der Silvesternacht allein bei der Kölner Polizei mehr als 400 Sexualdelikte angezeigt. Aber auch schon vor der Silvesternacht 2016 war das Thema sexuelle Belästigungen bei Veranstaltungen ein bekanntes Problem.

Sexuelle Übergriffe bei Großveranstaltungen

Rund ein Viertel der registrierten sexuellen Belästigungen findet laut statistischer Auswertungen im Gedränge öffentlicher Veranstaltungen statt (Welt.de, 2016). In der Regel ist hierbei der kulturelle Hintergrund der Täter divers, trotzdem wählen diese ihre Opfer in den seltensten Fällen komplett willkürlich aus. Besonders Frauen unter Alkohol- und Drogeneinfluss gelten bei Festivals, Konzerten und Partys als „leichte Beute“, da ihr natürliches Misstrauen gegenüber fremden Personen, sowie ihr Reaktions- und Koordinationsvermögen herabgesetzt sind.

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Das Problem gerade bei Großveranstaltungen ist zudem, dass sexuelle Übergriffe meist in der Mitte einer Menschenansammlung stattfinden, sodass sie vom Sicherheits- oder Ordnungsdienst entweder gar nicht erst bemerkt werden oder das Sicherheitspersonal viel zu lange braucht, um den Ort des Geschehens zu erreichen.

Präventions- und Reaktionsmaßnahmen

Vermindern lassen sich solche Übergriffe bei Großveranstaltungen zum einen durch die Aufklärung bekannter Opfergruppen. Deutliche Empfehlungen, sich auf dem Gelände möglichst immer in Begleitung vertrauter Personen zu bewegen, können hierbei schon wirksam sein. Auch eine Warnung vor sogenannten K.O.-Tropfen (auch bekannt unter dem Namen Liquid Ecstasy), sowie persönliche Schutzmaßnahmen sollte in diesem Zusammenhang vom Veranstalter ausgesprochen bzw. erläutert werden.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, geschulte Freiwillige unter den Veranstaltungsbesuchern zu verteilen, die potenzielle Opfer oder brenzlige Situationen frühzeitig erkennen und dementsprechend einschreiten können. Auch sogenannte „Security Points“ (vgl. Kölner Karneval 2016), können eine hilfreiche Anlaufstelle für weibliche Opfer sein, zumal diese die Botschaft vermitteln, dass sich Frauen verbale oder körperliche Belästigungen keinesfalls gefallen lassen müssen.

Festzuhalten ist, dass kein Veranstalter beim Thema sexuelle Belästigung wegschauen darf und auch gerade seinen weiblichen Besuchern einen unbeschwerten, sicheren Veranstaltungsbesuch ermöglichen muss. Schutzmaßnahmen sollten hierbei wenn möglich sowohl präventiv als auch reaktiv sein und zu den individuellen Merkmalen der Veranstaltung und seiner Besuchern passen.

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