SEXUELLE ÜBERGRIFFE BEI EVENTS: WIE KÖNNEN VERANSTALTER REAGIEREN?

Sexuelle Übergriffe bei größeren öffentlichen Veranstaltungen sind seit den Vorfällen in Köln und anderen deutschen Städten in den Fokus gerückt. Insgesamt wurden nach der Silvesternacht allein bei der Kölner Polizei mehr als 400 Sexualdelikte angezeigt. Aber auch schon vor der Silvesternacht 2016 war das Thema sexuelle Belästigungen bei Veranstaltungen ein bekanntes Problem.

Sexuelle Übergriffe bei Großveranstaltungen

Rund ein Viertel der registrierten sexuellen Belästigungen findet laut statistischer Auswertungen im Gedränge öffentlicher Veranstaltungen statt (Welt.de, 2016). In der Regel ist hierbei der kulturelle Hintergrund der Täter divers, trotzdem wählen diese ihre Opfer in den seltensten Fällen komplett willkürlich aus. Besonders Frauen unter Alkohol- und Drogeneinfluss gelten bei Festivals, Konzerten und Partys als „leichte Beute“, da ihr natürliches Misstrauen gegenüber fremden Personen, sowie ihr Reaktions- und Koordinationsvermögen herabgesetzt sind.

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Das Problem gerade bei Großveranstaltungen ist zudem, dass sexuelle Übergriffe meist in der Mitte einer Menschenansammlung stattfinden, sodass sie vom Sicherheits- oder Ordnungsdienst entweder gar nicht erst bemerkt werden oder das Sicherheitspersonal viel zu lange braucht, um den Ort des Geschehens zu erreichen.

Präventions- und Reaktionsmaßnahmen

Vermindern lassen sich solche Übergriffe bei Großveranstaltungen zum einen durch die Aufklärung bekannter Opfergruppen. Deutliche Empfehlungen, sich auf dem Gelände möglichst immer in Begleitung vertrauter Personen zu bewegen, können hierbei schon wirksam sein. Auch eine Warnung vor sogenannten K.O.-Tropfen (auch bekannt unter dem Namen Liquid Ecstasy), sowie persönliche Schutzmaßnahmen sollte in diesem Zusammenhang vom Veranstalter ausgesprochen bzw. erläutert werden.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, geschulte Freiwillige unter den Veranstaltungsbesuchern zu verteilen, die potenzielle Opfer oder brenzlige Situationen frühzeitig erkennen und dementsprechend einschreiten können. Auch sogenannte „Security Points“ (vgl. Kölner Karneval 2016), können eine hilfreiche Anlaufstelle für weibliche Opfer sein, zumal diese die Botschaft vermitteln, dass sich Frauen verbale oder körperliche Belästigungen keinesfalls gefallen lassen müssen.

Festzuhalten ist, dass kein Veranstalter beim Thema sexuelle Belästigung wegschauen darf und auch gerade seinen weiblichen Besuchern einen unbeschwerten, sicheren Veranstaltungsbesuch ermöglichen muss. Schutzmaßnahmen sollten hierbei wenn möglich sowohl präventiv als auch reaktiv sein und zu den individuellen Merkmalen der Veranstaltung und seiner Besuchern passen.

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